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Kickstarter-Belegschaft gründet Gewerkschaft: eine Premiere in der Tech-Branche

Kickstarter Gewerkschaft: Mit 46 zu 37 Stimmen gründen die Beschäftigten am 18. Februar 2020 eine Gewerkschaft, eine der ersten in der US-Tech-Branche.

Kickstarter-Belegschaft gründet Gewerkschaft: eine Premiere in der Tech-Branche

Bei Kickstarter haben die Beschäftigten Geschichte geschrieben: Die Kickstarter Gewerkschaft „Kickstarter United“ ist gegründet. Damit organisieren sich erstmals die festangestellten Bürobeschäftigten eines bekannten US-Tech-Unternehmens gewerkschaftlich.

Was ist passiert?

Bei der Abstimmung unter Aufsicht der US-Arbeitsbehörde NLRB am 18. Februar 2020 stimmten 46 Beschäftigte dafür und 37 dagegen. Kickstarter United schließt sich der Gewerkschaft Office and Professional Employees International Union (OPEIU) in New York an. Vertreten werden rund 85 Beschäftigte, von der Softwareentwicklung über den Kundenservice bis zur Projektprüfung.

Der Weg dahin war umstritten. Die Geschäftsführung hatte 2019 erklärt, die Gewerkschaft nicht freiwillig anzuerkennen. Während der Kampagne wurden zwei Unterstützer der Gewerkschaft entlassen, die Gewerkschaft warf dem Unternehmen Vergeltung vor, Kickstarter bestritt das. Nach der Abstimmung erklärte CEO Aziz Hasan, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Die Beschäftigten wollen sich unter anderem für gleiche Bezahlung, vielfältigere Einstellungen und mehr Transparenz einsetzen.

Einordnung

Für Projektstarter und Unterstützer ändert sich zunächst nichts. Die Abstimmung zeigt aber, wie sehr Kickstarter sich als Unternehmen mit Haltung versteht, das 2015 bereits zur Public Benefit Corporation geworden ist. Wie die Plattform funktioniert, erklärt unser Porträt der Kickstarter-Plattform.

Was daraus wurde

Im Juni 2022 einigten sich Kickstarter und die Gewerkschaft auf den ersten Tarifvertrag mit jährlichen Gehaltserhöhungen, Prüfungen der Lohngleichheit und Grenzen für Leiharbeit. Im selben Jahr testete Kickstarter die Vier-Tage-Woche und führte sie im Oktober 2022 dauerhaft ein. Nach dem Auslaufen des Vertrags streikten die Beschäftigten 2025 ab dem 2. Oktober für 42 Tage. Laut BoardGameWire endete der Streik im November 2025 mit einer Einigung, die unter anderem die Vier-Tage-Woche, ein Mindestgehalt und Regeln zum Einsatz von KI festschreibt. Weitere Meldungen aus der Branche findest du unter Crowdfunding-News.

Quellen

  1. Kickstarter workers vote to form first union in tech industry NBC News abgerufen am 8. November 2026
  2. Kickstarter employees vote to unionize Engadget abgerufen am 8. November 2026
  3. Kickstarter Workers Ratify First Contract LaborPress abgerufen am 8. November 2026
  4. Kickstarter workers celebrate end to 42-day strike BoardGameWire abgerufen am 8. November 2026

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