AnkerMake M5: Wie Anker mit einem 3D-Drucker 8,9 Mio. $ einsammelte
Der AnkerMake M5 sammelte 2022 auf Kickstarter 8.881.095 $ von 11.313 Unterstützern und war damals der höchstfinanzierte 3D-Drucker. Was dahintersteckt.

Wenn ein Elektronikkonzern mit Milliardenumsatz auf Kickstarter geht, ist das kein Zufall, sondern Strategie. Anker, bekannt für Ladegeräte und Powerbanks, startete 2022 mit dem AnkerMake M5 in den Markt für 3D-Drucker und sammelte dabei fast 8,9 Millionen Dollar ein. Damit löste der M5 den Snapmaker 2.0 als höchstfinanzierten 3D-Drucker auf Kickstarter ab.
Was ist der AnkerMake M5?
Der AnkerMake M5 ist ein FDM-3D-Drucker, also ein Gerät, das Kunststoff schmilzt und Schicht für Schicht aufträgt. Zwei Versprechen standen im Mittelpunkt der Kampagne:
- Geschwindigkeit: Der M5 sollte rund fünfmal schneller drucken als übliche Einsteigergeräte der Zeit.
- KI-Kamera: Eine eingebaute Kamera überwacht den Druck, erkennt Fehler wie abgelöste Teile und erstellt Zeitraffervideos, die sich über eine App ansehen lassen.
Dazu kamen eine schnelle Einrichtung und die Steuerung per Smartphone. Die Zielgruppe waren Einsteiger und Hobbyanwender, die einen zuverlässigen Drucker ohne lange Bastelei wollten.
Die Kampagne: Zahlen und Verlauf
Die Kampagne lief 45 Tage, vom 6. April bis 21. Mai 2022. Laut Geeky Gadgets kamen in den ersten Tagen über zwei Millionen Dollar zusammen. Am Ende standen 8.881.095 $ von 11.313 Unterstützern zu Buche, im Schnitt rund 785 Dollar pro Person. Anker selbst bezeichnete den M5 in einer Pressemitteilung als höchstfinanzierten 3D-Drucker auf Kickstarter.
Warum die Kampagne so erfolgreich war
Markenvertrauen. Anker war vielen Unterstützern als zuverlässiger Hersteller bekannt. Bei einem neuen Produkt in einer neuen Kategorie senkte das das Risiko enorm.
Ein Versprechen, das Einsteiger verstehen. „Fünfmal schneller“ und „KI erkennt Fehler“ sind Vorteile, die man nicht erklären muss. Gerade die Fehlererkennung sprach Menschen an, die von misslungenen Drucken frustriert waren.
Professionelle Kampagnenführung. Anker nutzte Stretch Goals, Frühbucher-Preise und gezielte Medienarbeit. Die Kampagne war von Anfang an auf Reichweite ausgelegt.
Das richtige Timing. 2022 begann die Phase der schnellen 3D-Drucker. Wenige Wochen später startete auch Bambu Lab mit dem X1, und Geschwindigkeit wurde zum wichtigsten Verkaufsargument der Branche.
Was wurde aus dem AnkerMake M5?
Die Drucker wurden ausgeliefert, und der M5 wurde zu einem der bekannteren Geräte im Einsteigersegment. Anker baute die Marke mit weiteren Modellen aus, darunter dem günstigeren M5C, und benannte sie später in eufyMake um. Die Erfahrungen aus Produktion, Software und Kundenservice flossen direkt in die nächsten Projekte ein. Unter diesem Namen gelang 2025 der ganz große Wurf: Der UV-Drucker eufyMake E1 sammelte über 46 Millionen Dollar und wurde zur höchstfinanzierten Crowdfunding-Kampagne aller Zeiten.
Was Gründer vom AnkerMake M5 lernen können
- Kickstarter auch für etablierte Firmen: Crowdfunding ist ein Markttest und ein Marketingkanal, nicht nur eine Finanzierungsquelle.
- Neue Kategorien mit Markenvertrauen erobern: Eine bekannte Marke kann den Einstieg in einen neuen Markt erheblich erleichtern.
- Ein klarer Hauptnutzen: Geschwindigkeit und Fehlererkennung waren sofort verständlich.
- Den Wettbewerb im Blick behalten: In schnell wachsenden Kategorien kann ein Rekord schon Wochen später relativiert werden.
Wie du die richtige Plattform für Hardware wählst, erklären wir in der Übersicht der Crowdfunding-Plattformen. Alle Top-Projekte des Jahres findest du unter Die besten Kickstarter-Projekte 2022.
Häufige Fragen
Wie viel hat der AnkerMake M5 auf Kickstarter eingesammelt?
Die Kampagne lief vom 6. April bis 21. Mai 2022 und endete mit 8.881.095 US-Dollar von 11.313 Unterstützern. Damit überholte der M5 den bisherigen 3D-Drucker-Rekord von Snapmaker 2.0.
Was war das Besondere am AnkerMake M5?
Der M5 versprach rund fünfmal schnelleres Drucken als übliche Einsteigergeräte und eine eingebaute Kamera, die Druckfehler mit künstlicher Intelligenz erkennt und Zeitraffervideos aufnimmt.
Was ist aus AnkerMake geworden?
Die 3D-Druck-Marke von Anker heißt heute eufyMake. 2025 stellte sie mit dem UV-Drucker eufyMake E1 den Rekord für die höchstfinanzierte Kickstarter-Kampagne aller Zeiten auf.
Quellen
- AnkerMake M5 3D Printer becomes one of the most successful crowdfunding projects on Kickstarter PR Newswire (Anker) abgerufen am 7. November 2026
- AnkerMake M5 3D Printer (Kampagnenseite) Kickstarter abgerufen am 7. November 2026
- A 3D printer Kickstarter from tech firm Anker has made $6.7m Wargamer abgerufen am 7. November 2026


