KickstarterKampagne 2017

Kingdom Death: Monster 1.5: 12,4 Mio. $ für ein 400-Dollar-Brettspiel

Kingdom Death: Monster 1.5 sammelte auf Kickstarter 12,39 Mio. $ von 19.264 Unterstützern. Warum ein Nischen-Brettspiel für Hunderte Dollar zum Rekord wurde.

Kingdom Death: Monster 1.5: 12,4 Mio. $ für ein 400-Dollar-Brettspiel

Ein Brettspiel, dessen Grundbox rund 400 Dollar kostet, dazu Dutzende Erweiterungen und Miniaturen zum Selbstbemalen: Auf dem Papier klingt Kingdom Death: Monster 1.5 nicht nach einem Massenerfolg. Trotzdem wurde die Kickstarter-Kampagne Anfang 2017 zur damals erfolgreichsten Spiele-Kampagne der Plattform. Wir zeigen, wie das gelang und was Gründer daraus lernen können.

Was ist Kingdom Death: Monster?

Kingdom Death: Monster ist ein kooperatives Brettspiel für ein bis vier Personen, entworfen von Adam Poots. Die Spieler führen eine Siedlung durch eine düstere Horrorwelt, jagen Monster und bauen aus deren Überresten Ausrüstung. Zwischen den Kämpfen entwickelt sich die Siedlung über viele Spielabende weiter, ähnlich wie in einer Rollenspielkampagne.

Das Spiel war bereits 2012 über Kickstarter finanziert worden, damals mit über 2 Millionen Dollar. Mit der Version 1.5 brachte Poots eine überarbeitete Fassung heraus: verbesserte Regeln, neue Inhalte im Grundspiel und sechzehn neue Erweiterungen, die ab 2017 erscheinen sollten.

Die Kampagne: Zahlen und Verlauf

Die Kampagne startete über das Thanksgiving-Wochenende Ende November 2016. Der Start war spektakulär: 1 Million Dollar in 19 Minuten, laut Kickstarter der schnellste Start, den es bis dahin gegeben hatte. Nach einer Woche standen mehr als 5 Millionen Dollar auf dem Zähler.

Am 7. Januar 2017 endete die Kampagne mit 12.393.139 $ von 19.264 Unterstützern. Rechnerisch gab jeder Unterstützer im Schnitt über 640 Dollar aus. Kein anderes Spiel hatte bis dahin so viel Geld auf Kickstarter eingesammelt. Erst Frosthaven übertraf den Rekord im Jahr 2020.

Warum die Kampagne so erfolgreich war

Eine bestehende, sehr loyale Community. Die Erstauflage hatte eine treue Fangemeinde geschaffen, die das Spiel kannte und weiterempfahl. Die Neuauflage richtete sich zuerst an diese Fans und erst danach an Neueinsteiger.

Premium statt Masse. Kingdom Death hat nie versucht, günstig zu sein. Die Miniaturen gelten als außergewöhnlich detailliert, die Bücher und Komponenten als hochwertig. Wer das Spiel kauft, kauft ein Hobby, nicht nur ein Spiel. Diese Positionierung erlaubte hohe Preise pro Unterstützer.

Viele Zusatzangebote. Statt eines einzigen Pakets gab es zahlreiche Erweiterungen und Add-ons. Fans konnten ihr Paket selbst zusammenstellen, was den durchschnittlichen Betrag deutlich nach oben trieb.

Sichtbarkeit durch einen frühen Rekord. Der Start mit 1 Million Dollar in 19 Minuten sorgte für Berichterstattung weit über die Brettspiel-Szene hinaus und brachte zusätzliche Aufmerksamkeit in die Kampagne.

Was wurde aus Kingdom Death: Monster 1.5?

Das Grundspiel wurde ausgeliefert, und Kingdom Death gilt bis heute als eines der bekanntesten Premium-Brettspiele. Die vielen Erweiterungen kamen allerdings in mehreren Auslieferungswellen über einen langen Zeitraum. Wer nur das Grundspiel bestellt hatte, bekam es vergleichsweise früh. Unterstützer mit großen Paketen warteten teils Jahre auf alle Inhalte. Wir führen die Kampagne deshalb als „verspätet“: Geliefert wurde, aber deutlich langsamer, als es viele erwartet hatten.

Was Gründer von Kingdom Death lernen können

  • Nischen können groß sein: 19.264 Unterstützer sind keine Masse. Entscheidend war die Zahlungsbereitschaft der Kernzielgruppe.
  • Erst die Community, dann die Kampagne: Die Neuauflage baute auf Fans auf, die das Produkt bereits liebten. Ohne diese Basis wäre der Rekordstart nicht möglich gewesen.
  • Add-ons erhöhen den Durchschnittsbetrag: Modulare Angebote sind einer der stärksten Hebel, wenn das Kernprodukt überzeugt.
  • Umfang ist ein Lieferrisiko: Jede zusätzliche Erweiterung verlängert Produktion und Versand. Wer viel verspricht, muss auch über Jahre zuverlässig kommunizieren.

Mehr zur Planung deiner eigenen Kampagne findest du in unseren 10 Crowdfunding-Tipps. Die anderen Top-Projekte des Jahres zeigt unsere Übersicht Die besten Kickstarter-Projekte 2017.

Häufige Fragen

Wie viel Geld hat Kingdom Death: Monster 1.5 auf Kickstarter eingesammelt?

Die Kampagne endete am 7. Januar 2017 mit 12.393.139 US-Dollar von 19.264 Unterstützern. Damit war Kingdom Death: Monster 1.5 bis zu Frosthaven im Jahr 2020 das höchstfinanzierte Spiel auf Kickstarter.

Warum ist Kingdom Death: Monster so teuer?

Das Spiel setzt auf aufwendig gestaltete Miniaturen, die Spieler selbst zusammenbauen und bemalen, sowie auf eine sehr umfangreiche Kampagne. Die Produktion in kleiner Auflage ist teuer, und die Zielgruppe ist bereit, für dieses Hobby-Erlebnis deutlich mehr zu zahlen.

Wurde Kingdom Death: Monster 1.5 ausgeliefert?

Ja, das Grundspiel wurde ausgeliefert. Viele Erweiterungen kamen allerdings in mehreren Wellen über einen langen Zeitraum, sodass Unterstützer mit großen Bestellungen teils Jahre auf alle Inhalte warteten.

Quellen

  1. Kingdom Death: Monster Wikipedia abgerufen am 7. November 2026
  2. List of highest-funded crowdfunding projects Wikipedia abgerufen am 7. November 2026
  3. Kingdom Death: Monster 1.5 (Kampagnenseite) Kickstarter abgerufen am 7. November 2026

Themen Brettspiele