Indiegogo

Indiegogo: So funktioniert die Crowdfunding-Plattform

Indiegogo erklärt: wie die Plattform funktioniert, was sie kostet, wie sie sich von Kickstarter unterscheidet und was die Übernahme durch Gamefound ändert.

Indiegogo: So funktioniert die Crowdfunding-Plattform

Indiegogo gehört neben Kickstarter zu den bekanntesten Crowdfunding-Plattformen der Welt. Besonders Technik- und Hardware-Projekte, von E-Bikes über Smartphones bis zu Bienenstöcken, haben hier Millionen eingesammelt. Wir erklären, wie Indiegogo funktioniert, was es kostet und für wen es sich lohnt.

Was ist Indiegogo?

Indiegogo ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der Projektstarter Produkte und Ideen vorstellen und von Unterstützern vorfinanzieren lassen. Gegründet wurde sie 2008 in San Francisco von Danae Ringelmann, Slava Rubin und Eric Schell, ein Jahr vor Kickstarter. Ursprünglich für Filmprojekte gedacht, hat sich Indiegogo zu einer Plattform für Technik, Hardware, Design und Alltagsprodukte entwickelt.

Seit Juli 2025 gehört Indiegogo zu Gamefound, der auf Brett- und Tabletop-Spiele spezialisierten Plattform aus Polen. Beide Seiten laufen als getrennte Marken weiter (mehr dazu in unserer Meldung zur Übernahme durch Gamefound).

Wie funktioniert eine Kampagne auf Indiegogo?

Der Ablauf ähnelt dem auf anderen Plattformen:

  1. Projektseite anlegen: Beschreibung, Video, Bilder und Belohnungsstufen („Perks“).
  2. Ziel und Laufzeit festlegen: Die Laufzeit beträgt meist 30 bis 60 Tage.
  3. Kampagne bewerben: Vorab gesammelte Interessenten, Presse und Werbung sorgen für den Start.
  4. Auszahlung und Umsetzung: Nach der Kampagne erhält der Projektstarter das Geld abzüglich der Gebühren, danach folgen Produktion und Versand.

Eine Besonderheit ist InDemand: Erfolgreiche Projekte können nach dem Ende der Kampagne auf Indiegogo weiter Vorbestellungen annehmen. Viele Hardware-Projekte nutzen das, um bis zur Auslieferung weiter zu verkaufen. Kickstarter bietet mit den Late Pledges inzwischen etwas Ähnliches an.

Lange bot Indiegogo neben dem Alles-oder-nichts-Prinzip auch eine flexible Finanzierung an, bei der Projektstarter das Geld auch ohne erreichtes Ziel behalten. Wie Gamefound die Finanzierungsmodelle künftig gestaltet, sollten Projektstarter vor dem Start in den aktuellen Bedingungen prüfen.

Was kostet Indiegogo?

Seit der Übernahme gilt laut Indiegogo:

Gebühr Höhe
Plattformgebühr 5 % der eingesammelten Summe
Zahlungsabwicklung 3 % plus 0,20 $ je Transaktion
Werbeplatzierungen auf der Plattform keine zusätzlichen Gebühren

Damit liegt Indiegogo auf dem Niveau von Kickstarter. Teurer als die Gebühren sind für die meisten Projekte Produktion, Versand, Zoll und Werbung. Eine Übersicht aller großen Anbieter steht in unserem Vergleich der Crowdfunding-Plattformen.

Bekannte Indiegogo-Kampagnen

Einige der erfolgreichsten Kampagnen auf Indiegogo:

  • Flow Hive (2015): Ein Bienenstock, aus dem Honig ohne Öffnen gezapft werden kann. Laut Indiegogo kamen 13,2 Millionen Dollar zusammen, lange ein Rekord auf der Plattform.
  • Light Phone II (2018): Ein bewusst einfaches Handy mit E-Ink-Display sammelte rund 3,5 Millionen Dollar und kam mit einigen Monaten Verspätung.
  • FLX Babymaker (2020): Ein E-Bike, das bei einem Ziel von 20.000 Dollar mehr als 12 Millionen Dollar einsammelte.
  • Jolla Tablet (2014): Ein Beispiel für ein gescheitertes Hardware-Projekt, das nur ein Teil der Unterstützer erhielt.

Indiegogo oder Kickstarter?

Indiegogo Kickstarter
Schwerpunkt Technik, Hardware, Alltagsprodukte Spiele, Bücher, Design, Technik, Kreativprojekte
Nach der Kampagne InDemand für weitere Vorbestellungen Late Pledges
Eigentümer Gamefound (seit 2025) eigenständig, Public Benefit Corporation
Gebühren 5 % + Zahlungsgebühren 5 % + Zahlungsgebühren

Kickstarter hat die größere Reichweite, alle Rekordkampagnen unserer Kickstarter-Highlights liefen dort. Indiegogo kann sich lohnen, wenn ein Technikprodukt nach der Kampagne direkt weiter vorbestellt werden soll oder die Zielgruppe die Plattform bereits kennt.

Ist Indiegogo seriös?

Indiegogo ist eine etablierte Plattform. Wie Kickstarter prüft sie aber nicht, ob ein Projekt am Ende geliefert wird. Der Vertrag besteht zwischen Unterstützer und Projektstarter. Vor einer Unterstützung lohnt sich ein Blick auf einen funktionierenden Prototyp, ein Team mit Erfahrung, einen realistischen Zeitplan und regelmäßige Updates. Mehr dazu steht in Was ist Crowdfunding?

Häufige Fragen

Was kostet eine Kampagne auf Indiegogo?

Laut Indiegogo fallen 5 Prozent Plattformgebühr an, dazu Zahlungsgebühren von 3 Prozent plus 0,20 Dollar je Transaktion. Hinzu kommen eigene Kosten für Produktion, Versand, Werbung und Video, die meist deutlich höher sind als die Gebühren.

Ist Indiegogo seriös?

Indiegogo ist eine etablierte Plattform, die seit 2008 Kampagnen vermittelt. Wie bei allen Crowdfunding-Plattformen garantiert sie aber nicht, dass ein Projekt geliefert wird. Unterstützer sollten auf Prototypen, Team und realistische Zeitpläne achten.

Was ist besser, Indiegogo oder Kickstarter?

Kickstarter hat die größere Reichweite, vor allem bei Spielen, Büchern und Design. Indiegogo ist bei Technik und Hardware stark und bietet mit InDemand eine Möglichkeit, nach der Kampagne weiter zu verkaufen. Die Wahl hängt davon ab, wo die eigene Zielgruppe unterwegs ist.

Wem gehört Indiegogo?

Seit Juli 2025 gehört Indiegogo zu Gamefound, einer Crowdfunding-Plattform für Brett- und Tabletop-Spiele aus Polen. Beide Plattformen laufen als getrennte Marken weiter.

Quellen

  1. Indiegogo's Acquisition by Gamefound Indiegogo Support abgerufen am 8. November 2026
  2. Indiegogo Wikipedia abgerufen am 8. November 2026
  3. Beekeeper's idea turns global movement Indiegogo abgerufen am 8. November 2026
  4. Crowdfunding giant Indiegogo has just been acquired by Gamefound TechBriefly abgerufen am 8. November 2026

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